30.09.2017 | Dr. Rainer Mayer

Commercial Due Diligence

Aktuelles Stichwort

Commercial Due Diligence! Commercial what? So oder so ähnlich klingt es, wenn man den Nutzen verdeutlichen möchte, den die systematische Analyse des Geschäftsmodells eines zum Kauf vorgesehenen Unternehmens stiftet. Zumindest bei vielen strategischen Investoren. Bei Private-Equity-Investitionen ist die Commercial Due Diligence wegen der Beteiligung an wechselnden Branchen und einer starken Abhängigkeit von externer Finanzierung dagegen zum Standard geworden.

Überraschenderweise setzen strategische Investoren dieses durchaus mächtige Instrument nur recht selten ein. Während Financial Due Diligence heutzutage unumstritten ist und die Legal Due Diligence regelmäßig die mandatierte Anwaltskanzlei oder die hausinterne Rechtsabteilung übernimmt, zögern die kaufenden Unternehmen oftmals bei der externen Beauftragung einer Commercial Due Diligence. Schließlich kennt man doch seinen Markt, dessen Treiber und oft auch das zu kaufende Unternehmen selbst sehr gut. Schließlich ist es oft ein Wettbewerber, im Rahmen einer Vertikalstrategie manchmal auch ein Kunde oder ein Lieferant, den man übernehmen möchte. Natürlich kennt man sich in seiner eigenen Branche aus, doch ist der Käufer wirklich auf dem Laufenden über den Zustand des Zielunternehmens, jenseits des von außen Sichtbaren, jenseits von (vergangenheitsbezogenen) Zahlen und laufenden Verträgen oder Altrisiken? Kann er wirklich die Reaktion von Kunden einschätzen, deren Lieferant von einem Wettbewerber übernommen wird, und ist er vertraut mit neuen Regionen, die von Distributoren im Ausland bedient werden?

Die Erfolgsstatistik von Zukäufen ist hinlänglich bekannt. Oft klappt der Zusammenschluss nur mit enormen Anstrengungen aller Beteiligten, dauert länger und ist teurer als projektiert. Erst wenn man die Zielgesellschaft gründlich und objektiv untersucht hat, kann man von einem Erfolg versprechenden Ergebnis ausgehen. Also: warum die günstigere Commercial Due Diligence einem teuren Fehlkauf vorziehen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit signifikant höher, dass das M&A-Vorhaben gelingen kann.

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