21.10.2026

Keep the logic alive: Was die besten Deals 2026 verbindet

Zehn Preisträger, 239 gesichtete Transaktionen und eine zentrale Erkenntnis: Gute Deals folgen keinem Rezept, wohl aber einer Disziplin. Ein Rückblick auf die M&A Awards 2026.

Aus dem Netzwerk

Vier Jahre M&A Awards und eine unbequeme Erkenntnis: Erfolgreiche Käufer integrieren mal stark, mal kaum. Sie zentralisieren oder lassen Autonomie, sie handeln schnell oder warten ab. Was die Preisträger der M&A Awards 2026 tatsächlich verbindet, ist etwas anderes.

Saal-Totale der Award Night der M&A Awards 2026 im TIPI am Kanzleramt, BerlinAward Night im TIPI am Kanzleramt
Foto: mandaco/Xperience Connect

Award Night im TIPI

Am 15. Oktober 2026 haben der Bundesverband Mergers & Acquisitions (BMA) und M&A REVIEW zum vierten Mal die M&A Awards verliehen. Rund 200 Gäste kamen ins TIPI am Kanzleramt in Berlin, nachdem die Branche am Nachmittag beim M&A Summit bei EY diskutiert hatte. BMA-Vorstand Jan Pörschmann eröffnete den Abend, Kathi Wörndl führte durch das Programm.

Die Auswahl folgt einem wissenschaftlich begleiteten Verfahren. Für die sieben Corporate-Kategorien wurden 239 Transaktionen gesichtet und 38 Fälle vertieft analysiert, mit rund 20.000 Seiten Interviewtranskript. Verantwortlich waren das Bristol M&A Observatory der University of Bristol unter Leitung von Prof. Dr. Florian Bauer und Alexander Griesmeier, Mitbegründer der M&A Awards. Den Juryvorsitz hatte Dr. Hartmut Ruh (Körber).

Zieltreu, nicht plantreu

In ihrer Keynote zeigten Bauer und Griesmeier, warum gegensätzliche Strategien gleichermaßen erfolgreich sein können. „Wenn gegensätzliche Handlungen funktionieren, kann die Handlung selbst nicht die Antwort sein.“ Entscheidend sei, ob das Handeln zur Wertlogik eines Deals passt. Drei Fragen bilden dabei die gemeinsame Linse: Passt die Umsetzung zur Strategie? Bleibt die Logik über den Prozess erhalten? Dient der Prozess der Wertschöpfung oder sich selbst?

Dass Organisationen diese Logik verlieren, liegt oft an den Anreizen. Das Deal-Team wird am Signing gemessen, das Synergie-Team an Synergien, das Integrationsteam an der Integration. Die besten Deals zeichnet deshalb eine „versteckte Disziplin“ aus: innehalten, bewahren, anpassen. „Good M&A is not about following the plan. Good M&A is about keeping the logic alive.“

Die Preisträger

Kategorie

Preisträger

Deal

Best Family Business Deal

Katjes International

Erwerb von 60 % der Willy Bogner GmbH

Bester Mittelstandsdeal

WINTERSTEIGER Group

Übernahme von QBL Systems

Bestes M&A Playbook

Hartlimes

E-Commerce Buy-and-Build Programme

Best Scale-Up Deal

Debtist

Mehrheitsbeteiligung durch Norvestor

Resilienz & Komplexität

Continental

Konzernentflechtung und Separation Programme

Mutigster Strategischer Schritt

PHM Gruppe Deutschland

Erwerb der Heinrich Bossert Immobilien

Most Impactful Deal

AGAPLESION

Zusammenschluss zur Südhessen Kliniken gGmbH

Best Legal Advisory

GÖRG

KARL STORZ / medi-G

Best M&A Advisory

Forvis Mazars Advisors

Verkauf der IPB an Stonepeak und Columbia Capital

Best Transaction Advisory

EY-Parthenon

Transformation der Continental AG

Continental wurde doppelt gewürdigt: für die eigene Konzernentflechtung und über die Begleitung durch EY-Parthenon. Jede Corporate-Kategorie stand zudem für eine eigene Lehre, etwa „Kaufe nicht Größe. Löse den Engpass.“ bei den Scale-ups oder „Professionalisiere, was Unternehmertum ermöglicht“ im Mittelstand.

Stimmen

„Auch nach vier Jahren lernen wir aus den Nominierten Neues. Gute Deals können völlig unterschiedlich aussehen – entscheidend ist, dass Strategie und Umsetzung derselben Wertlogik folgen“, sagt Prof. Dr. Florian Bauer, University of Bristol.

„Als wir die M&A Awards ins Leben gerufen haben, wollten wir sichtbar machen, was gute Transaktionen jenseits von Volumen und Schlagzeilen auszeichnet. Nach vier Jahren sehen wir: Die besten Deals verbindet kein Rezept, sondern die Disziplin, ihrer Wertlogik treu zu bleiben“, sagt Alexander Griesmeier, Mitbegründer der M&A Awards.

„Mit M&A REVIEW begleiten wir die Awards von Beginn an. Die Fallstudien der Preisträger geben der M&A-Praxis wertvolle Impulse, die wir in M&A REVIEW aufbereiten“, so Stefan Schneider, Gründer von mandaco.

Die M&A Awards 2026 wurden vom BMA in Zusammenarbeit mit M&A REVIEW ausgerichtet. Exklusiv-Partner war Grant Thornton, wissenschaftlicher Partner das Bristol M&A Observatory der University of Bristol. Kategoriepartner: VentureLink Partners, WECOYA, Intralinks, Apiar, loyos, Syntax, atares, fintalent, Interpath und Grata.

triangle_left Vorherige
Investitionsgipfel in Berlin: Was die Beteiligungsbranche von der Bundesregierung erwartet
Nächste triangle_right
Keep the logic alive: Was die besten Deals 2026 verbindet