10.07.2026

KI im M&A-Prozess: vom Hype zur Wertschöpfung

Zum Abschluss der SNP Transformation World 2026 diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel, wo Künstliche Intelligenz den Transaktionsprozess wirklich verändert – und wo sie noch Versprechen bleibt.

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Zum Abschluss der SNP Transformation World 2026 diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel, wo Künstliche Intelligenz den Transaktionsprozess wirklich verändert – und wo sie noch Versprechen bleibt.

Zum Abschluss der SNP Transformation World 2026 „Shaping Tomorrow“ (8.–9. Juli, SNP dome Heidelberg) trafen auf der Stage 2 drei Perspektiven aufeinander, die den M&A-Prozess selten so pointiert zusammenbringen. Unter der Moderation von Stefan Schneider (M&A REVIEW) diskutierten Harry Schuster, Partner bei PwC, Jens Weber, Managing Director bei Interpath, und Dominik Wittenbeck, Group CTO der SNP, wie Künstliche Intelligenz Dealmaking und Transformation verändert – von vorne bis ganz hinten im Prozess.

Den Aufschlag lieferten die frisch veröffentlichten PwC Global M&A Industry Trends. Schuster zeichnete den Bogen von „KI als Übernahmeobjekt“ hin zu „KI als Werkzeug“ im Transaktionsprozess und betonte die wachsende Bedeutung von Daten und Werkzeugen. Zugleich bleibe der Mensch unverzichtbar: M&A lebe von Vertrauen und persönlichem Austausch – der Berater verliere seine Rolle nicht, er verändere sie.

Bewusst gegen den Strich bürstete Jens Weber die vordere Prozesshälfte – Screening, Due Diligence, Bewertung. Sein Reality Check fiel ehrlich aus: Viele KI-Werkzeuge hielten nicht, was sie versprechen, Anbieter haften selten für das Funktionieren, ein Großteil der Initiativen komme nie über den Pilotstatus hinaus. Der Mehrwert entstehe genau dort, wo IT- und M&A-Welt tatsächlich zusammengeführt würden – in der eigentlichen Übersetzungsleistung zwischen den Disziplinen.

Dominik Wittenbeck verlagerte den Blick auf die hintere Hälfte, wo aus Sicht der SNP der eigentliche Wert entsteht: nicht beim Signing, sondern in der schnellen Umsetzung nach dem Closing. Lange Projektlaufzeiten verlängerten TSA-Kosten und verzögerten Synergien, während SAP- und Fachexperten knapp seien. Faktenbasierte Systemanalysen, Carve-out-Simulationen und automatisierte Transformation verkürzten die Zeit „vom Closing bis zur realisierten Synergie“. KI-Assistenz für das Projektteam und die Auswertung unstrukturierter Daten – Verträge, Dokumentationen, Tickets – machten Expertise skalierbar, ohne den Menschen zu ersetzen.

Auf einen gemeinsamen Nenner brachte es Wittenbeck mit dem Satz, der zum Leitmotiv der Runde wurde: „AI is good when you know what good looks like.“ KI beschleunige und skaliere vorhandene Erfahrung – sie ersetze weder belastbare Prozesse noch das Urteil des Experten, der das letzte Wort behalte. Einigkeit herrschte auch beim Partnering: Daten- und Werkzeuganbieter wie SNP und Beratungshäuser wie PwC ergänzten sich, statt sich zu verdrängen.

So setzte das Panel einen pointierten Schlusspunkt unter zwei intensive Konferenztage – und zugleich einen Auftakt: Die M&A REVIEW wird die Debatte um KI entlang des Transaktionsprozesses in den kommenden Monaten weiter vertiefen.

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