Wettbewerb um Transaction-Services-Partner: Interpath baut im DACH-Raum weiter aus
Interpath verstärkt sein DACH-Team mit zwei Managing Directors. Kerstin Leuschner kommt von EY und verantwortet als Global Lead Transaction Services von Frankfurt aus den weiteren Aufbau der Transaktionsberatung in der Region. Josefine Hänsel wechselt von Alvarez & Marsal in den Geschäftsbereich Restructuring nach München. Das Beratungsteam im DACH-Raum zählt damit nach Unternehmensangaben 15 Managing Directors an den Standorten München, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Wien und Zürich.
Die 2021 gegründete Beratung beschäftigt weltweit rund 1.000 Mitarbeitende an 35 Standorten. Im DACH-Raum ist binnen gut eines Jahres eine Plattform entstanden: 2025 übernahm Interpath die Einkaufs- und Supply-Chain-Beratung Kerkhoff Consulting mit Büros in Düsseldorf und Wien. Im Oktober 2025 kamen Nils Kuhlwein als Head of Restructuring DACH und Tobias Huesmann von PwC in den Deals-Bereich hinzu. Im Januar 2026 folgten das Büro in Zürich und drei weitere Managing Directors von PwC Schweiz, EY-Parthenon und OMMAX.
Das Muster ist deutlich: Rekrutiert wird vor allem aus den Big Four und großen internationalen Beratungen. Leuschner war knapp 16 Jahre bei Deloitte im Bereich Private Equity Transaction Services tätig, zuletzt als Partnerin mit Verantwortung für den Private-Equity-Sektor in Deutschland, bevor sie 2022 zu EY wechselte. In der Transaktionsberatung sind Mandatsbeziehungen häufig an einzelne Partner gebunden; für ein junges Haus ist der Zugang zu erfahrenen Köpfen deshalb der schnellste Weg in den Markt.
Hinzu kommt ein strukturelles Argument: Beratungen ohne Prüfungsgeschäft unterliegen nicht den Einschränkungen, die für Abschlussprüfer bei Nichtprüfungsleistungen gegenüber Prüfungsmandanten von öffentlichem Interesse gelten. Für Private-Equity-Investoren und Unternehmen erweitert das die Auswahl an Beratern für Financial Due Diligence, Carve-outs und Restrukturierungen.
Leuschner beschreibt den Anspruch an die Due Diligence im Mid-Market so: Private-Equity-Investoren erwarteten mehr als eine schnelle Analyse der Finanzzahlen; gefragt sei ein Partner, der die Zahlen in den Kontext der Investment Thesis stellt und Annahmen hinterfragt. Interpath will im DACH-Raum perspektivisch bis zu 25 weitere Managing Directors und Directors einstellen und sich mittelfristig unter den drei führenden Anbietern in seinen Beratungsfeldern positionieren.
Für Investoren und Unternehmen bedeutet der Ausbau mehr Wettbewerb jenseits der etablierten Häuser. Für die Branche selbst dürfte der Kampf um erfahrene Transaction-Services- und Restrukturierungspartner die Wechselbewegungen weiter beschleunigen.