05.10.2026 | Redaktion M&A REVIEW

Akquisitionsfazilität statt Hausbank: Private-Credit-Fonds finanzieren den Buy-and-Build im Mittelstand

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Der Kreditfonds-Manager Kartesia finanziert die von Verdane gehaltene Konvekta Group aus St. Gallen. Strukturiert ist die Finanzierung als langfristiges Darlehen in Kombination mit einer Akquisitionsfazilität, die weiteres Wachstum und künftige Zukäufe unterstützen soll. Beraten wurde Kartesia von McDermott Will & Schulte. Der Deal ist überschaubar, das Muster dahinter prägt derzeit den europäischen Private-Equity-Markt.

Konvekta entwickelt hochtechnisierte Energierückgewinnungssysteme für Lüftungs- und Klimaanlagen in großen und spezialisierten Gewerbegebäuden und beschäftigt rund 90 Mitarbeiter in den Kernregionen DACH, USA und Asien. Verdane ist seit 2025 beteiligt. Kartesia mit Sitz in Luxemburg verwaltet rund 7,5 Mrd. EUR und konzentriert sich auf mittelständische Unternehmen; die Mittel stammen aus dem Kartesia Impact Fund und dem Fonds Kartesia Senior Opportunities.

Die Akquisitionslinie trifft den Kern der aktuellen Marktlage. Laut Mergermarket entfielen 2026 bis Mitte April 61 Prozent der sponsorgetriebenen Transaktionen in Europa auf Add-ons, nach 55 Prozent im Jahr 2025 und 43 Prozent im Jahr 2021. Auf jede neue Plattform kamen zuletzt rechnerisch 2,4 Zukäufe. Weil Exits weiterhin stocken, wachsen Portfolios eher durch Zukäufe als durch neue Plattforminvestments.

Finanziert wird dieser Buy-and-Build zunehmend von Direct Lendern. Octus zählte im ersten Quartal 2026 in Europa 223 Direct-Lending-Finanzierungen, vier Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Knapp ein Fünftel davon, 44 Transaktionen, entfiel auf die DACH-Region. Nach Buyouts mit 29,1 Prozent waren Bolt-on-Akquisitionen mit 25,6 Prozent der zweitwichtigste Verwendungszweck.

Der Vorteil einer zugesagten Akquisitionsfazilität liegt in der Planbarkeit: Die Plattform kann bei Nachfolgelösungen oder in Bieterverfahren eine gesicherte Finanzierung vorweisen und schneller zusagen, ohne jede Transaktion einzeln mit Banken zu verhandeln. Im Gegenzug werden Konditionen, Ziehungsbedingungen und Covenants von Beginn an zum festen Bestandteil der Buy-and-Build-Planung, für Management und Investor ebenso wie für ihre Berater.

Für Unternehmer, die an eine Private-Equity-Plattform verkaufen wollen, lohnt deshalb der Blick auf die Finanzierungsseite des Käufers. Wer heute als Add-on angesprochen wird, verhandelt zunehmend mit Käufern, deren Zukaufbudget bereits bei einem Kreditfonds hinterlegt ist.

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