Pharmalogistik als Infrastruktur-Asset: Arcus übernimmt SK Pharma von Syz Capital und Saturnus Capital
Arcus Infrastructure Partners kauft ber seinen 3-Mrd.-EUR-Fonds AEIF4 den Bielefelder Pharmalogistiker SK Pharma von Syz Capital und Saturnus Capital. Der Deal zeigt, wie Infrastrukturfonds zunehmend mit Private Equity um Mittelstandsziele konkurrieren.
Der Infrastrukturinvestor Arcus Infrastructure Partners erwirbt über seinen vierten Fonds die SK Pharma Logistics GmbH aus Bielefeld. Verkäufer sind Syz Capital, Saturnus Capital und der Gründer, das Management reinvestiert. Der Deal zeigt, wie weit sich der Infrastrukturbegriff inzwischen in Richtung spezialisierter Dienstleistungen verschoben hat.
SK Pharma betreibt nach eigenen Angaben acht temperaturgeführte Logistikstandorte für Pharma- und Gesundheitskunden und übernimmt Lagerung, Handling, Umverpackung und Distribution. Das Familienunternehmen galt in der fragmentierten Pharmalogistik als Nischenführer, als Syz Capital und Saturnus Capital im Februar 2022 die Mehrheit übernahmen. Erklärtes Ziel war damals ein Buy-and-Build-Ansatz, um den Markt zu konsolidieren. Mit dem Verkauf an Arcus nach rund viereinhalb Jahren Haltedauer endet dieser Zyklus für die Private-Equity-Investoren.
Käufer ist der Arcus European Infrastructure Fund 4 (AEIF4), der im Dezember 2025 mit 3 Mrd. EUR am Hard Cap geschlossen wurde und damit das ursprüngliche Ziel von 2 Mrd. EUR deutlich übertraf. Arcus verfolgt eine Mid-Market-Value-Add-Strategie mit Eigenkapitaltickets von typischerweise 200 bis 250 Mio. EUR und einem Zielportfolio von zwölf bis vierzehn Beteiligungen. Frühere Investments des Hauses reichen von Breitband- und Ladeinfrastruktur bis zu Aquakultur-Dienstleistungen, also Assets mit infrastrukturnahen, wiederkehrenden Cashflows statt klassischer Netze.
Genau hier liegt die Einordnung des Deals: Temperaturgeführte Pharmalogistik ist reguliert, kapitalintensiv und wegen langfristiger Kundenbeziehungen gut planbar. Für Infrastrukturfonds, die unter Anlagedruck stehen und mit Private Equity um Mittelstandsziele konkurrieren, ist das ein attraktives Profil. Für Verkäufer bedeutet es ein zusätzliches Bieterfeld mit anderem Renditeanspruch und längerem Zeithorizont.
Latham & Watkins hat die verkaufende Gesellschaftergruppe mit einem bereichsübergreifenden Team aus München, Frankfurt und Düsseldorf beraten, unter Federführung von Burc Hesse (Corporate). Das Signing erfolgte am 1. Oktober 2026, das Closing wird vorbehaltlich der behördlichen Freigaben im vierten Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben.