Dual-Use-Produkte: Chancen und Risiken für M&A
Geopolitische Spannungen, steigende Verteidigungsausgaben und der technologische Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsräumen haben Dual-Use-Produkte zu einem der dynamischsten Segmente des M&A-Marktes gemacht.
Geopolitische Spannungen, steigende Verteidigungsausgaben und der technologische Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsräumen haben Dual-Use-Produkte zu einem der dynamischsten Segmente des M&A-Marktes gemacht. Technologien mit zivilem und zugleich potenziell militärischem Einsatz rücken verstärkt in den Fokus der Investoren. Für Unternehmen mit Produkten, die auch zu militärischen Zwecken weiterentwickelt werden können, gewinnt neben der Ertragskraft zunehmend auch das militärische Potenzial einer Technologie für die Bewertung an Bedeutung. Gleichzeitig hat sich der Kreis potenzieller Käufer deutlich erweitert und umfasst heute neben Rüstungsunternehmen auch Industrieunternehmen sowie zahlreiche Private-Equity-Investoren.
Dual-Use-Transaktionen sind jedoch zusätzlich komplex, da besondere Investitionskontroll- und Exportkontrollvorschriften zu längeren Freigabeverfahren und zusätzlichen Auflagen führen können. Bereits die Auswahl der Bieter und die Einrichtung des Datenraums können regulatorische Fragen aufwerfen. Die klassische Aufgabenteilung zwischen Corporate-, Kartell- und Außenwirtschaftsrecht reicht daher häufig nicht aus. Erforderlich ist vielmehr eine frühzeitige Verzahnung der verschiedenen Prüfungsstränge. Abgestufte Datenräume, Clean-Team-Strukturen und zusätzliche Zugriffsregeln werden dabei zu wichtigen Instrumenten.
Der nachhaltige Erfolg von Dual-Use-Transaktionen hängt daher entscheidend davon ab, die rechtlichen Besonderheiten frühzeitig mit den wirtschaftlichen Zielen der Parteien zu verzahnen.