12.02.2026

M&A 2025 – Aufschwung und Wiederkehr der Mega-Merger

Trotz der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen des vergangenen Jahres gelang dem M&A-Markt eine deutliche Erholung im Vergleich zu den Vorjahren.

Emergers

Trotz der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen des vergangenen Jahres gelang dem M&A-Markt eine deutliche Erholung im Vergleich zu den Vorjahren. Das Volumen in angekündigten M&A-Transaktionen steigerte sich deutlich, vom Tief von 3,2 Bio. USD auf 5,1 Bio. USD – ein Anstieg von rund 60%. Getrieben wurde das Jahr vor allem durch die sogenannten Mega-Merger. So gab es 68 Transaktionen mit einem Volumen von je >10 Mrd. USD, mehr als doppelt so viele im Jahr davor. Die Anzahl der eigentlichen Transaktionen hingegen ging um circa 3% zurück. Während die USA weiterhin zum größten Markt gemessen am Volumen zählen, konnten andere Regionen durch die Anzahl dieser punkten. Während die Anzahl der Transaktionen 2025 in den Americas um 74% stieg, konnten EMEA und APAC respektiv um 150% und 275% wachsen.

Der wiederkehrende Aufschwung ist vor allem durch den Überfluss an Kapital, niedrigere Leitzinsen und geringere regulatorische Hürden in den USA bedingt. Nicht allokiertes Kapital der PE-Fonds sank marginal auf 2.184 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahr, während Exits nach wie vor eine der Herausforderungen bleiben. Trotz geopolitischer Unsicherheit senkten sowohl die US-Fed als auch die EZB weiter ihre Leitzinsen. Durch den Austritt von US-Fed Chair Jerome Powell 2026 sowie die Neubesetzung durch einen von Donald Trump gewählten Kandidaten wird mit weiteren, gegebenenfalls aggressiveren Zinssenkungen gerechnet. Auch der Abbau regulatorischer Widerstände trug zum deutlichen Anstieg bei, was sich vor allem in der Anzahl der Mega-Merger widerspiegelt. Für viele Unternehmen steht dabei die Konsolidierung und strategische Neuausrichtung im Vordergrund.

Zu den größten angekündigten Transaktionen im vergangenen Jahr zählt unter anderem die Übernahme vom US-Medienunternehmen Warner Bros und die damit einhergehende Übernahmeschlacht von Netflix und Paramount, die 99 Mrd. USD, respektiv 108 Mrd. USD für das Unternehmen boten. Auch die Konsolidierung der US-Eisenbahnnetze unter Union Pacific und Norfolk Southern in einer 88-Mrd.-USD-Transaktion zählte zu den signifikantesten Transaktionen des Jahres. Weitere Mega-Merger fanden sich in den Sektoren TMT und Energy, wozu zum Beispiel die Übernahme von Wiz durch Google (32 Mrd. USD), Hess von Chevron (53 Mrd. USD) oder der Kauf von CyberArk durch Palo Alto Networks (25 Mrd. USD).

Trotz weitspannender Herausforderungen stellt sich Optimismus für das Jahr 2026 ein. Laut einer Befragung von Goldman Sachs von 600 Unternehmen und Sponsoren geben 57% an, dass der Fokus auf Skalierung und strategisches Wachstum zu den Haupttreibern des M&A-Volumens gehören wird. Knapp 51% sehen Künstliche Intelligenz als moderaten bis hohen Einflussfaktor auf die M&A-Strategie der Unternehmen für das laufende Jahr. Auch Sponsoren werden als zentraler Treiber eingeschätzt – dies ist vor allem durch den Druck, Kapital der General Partner einzusetzen, sowie die Realisierung von Exits und die damit verbundenen Rückflüsse von Mitteln in die Funds bedingt. Zudem vermeiden viele Unternehmen zunehmend den Börsengang und die damit verbundene Volatilität, wodurch der Bedarf an privatem Kapital weiter ansteigt. Zuallerletzt wird nach aktuellen Ereignissen der Energiesektor verstärkt Turbulenzen erleben, was vor allem durch Druck zum Ausbau des Öl-Outputs sowie die anhaltend niedrigen Ölpreise bedingt ist.

EMERGERS Autor: Etienne Reichelt

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