09.09.2026 | Oliver Marquardt, Dennis Schober

Entwicklung, Sektortrends und Ausblick: Corporate Divestments in Deutschland

Corporate Divestments haben sich in den vergangenen Jahren von einem reaktiven Restrukturierungsinstrument zu einem zentralen Hebel strategischer Unternehmensführung entwickelt.

Special Topic

1. Einleitung

Corporate Divestments haben sich in den vergangenen Jahren von einem reaktiven Restrukturierungsinstrument zu einem zentralen Hebel strategischer Unternehmensführung entwickelt. In einem zunehmend volatilen wirtschaftlichen Umfeld sehen sich Unternehmen gezwungen, ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich anzupassen und sich auf jene Aktivitäten zu konzentrieren, die nachhaltige Wettbewerbsvorteile bieten. Nicht-strategische Geschäftsbereiche werden veräußert, um Ressourcen zu bündeln und effizienter einzusetzen sowie Kapital für Kernwachstum freizusetzen. Unsere Analyse belegt: Divestments sind heute kein Krisenreflex mehr, sondern ein bewusst eingesetztes Steuerungsinstrument.

Insbesondere Carve-out-Transaktionen, bei denen Unternehmensteile strukturell herausgelöst und separat verkauft werden, gewinnen an Bedeutung. Parallel bleiben Private-Equity-Investoren als Käufergruppe relevant, da sie gezielt nach Transformations- und Wertsteigerungspotenzialen suchen.

Makroökonomische Faktoren wie Zinsniveau, Inflation und geopolitische Unsicherheiten beeinflussen zusätzlich die Transaktionsaktivität. Die Entwicklung seit 2022 deutet darauf hin, dass der Markt selektiver geworden ist und die transaktionale Komplexität zugenommen hat. Gleichzeitig eröffnen strukturelle Transformationsthemen – Dekarbonisierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz – neue Divestment-Motive jenseits klassischer Portfoliobereinigung.

2. Definition und Methodik

2.1 Begriffsabgrenzungen

Corporate Divestments lassen sich in zwei Grundtypen klassifizieren: Carve-outs und Spin-offs. Carve-outs – zu Deutsch „Herausschälen“ – bezeichnen eine Ausgliederung, Abspaltung und den Verkauf von Unternehmensteilen an einen externen Käufer. Ein Spin-off hingegen bezeichnet die Ausgliederung einer Organisationseinheit in ein eigenständiges Unternehmen, wobei die Aktionäre des Mutterkonzerns typischerweise Anteile am neuen Unternehmen erhalten. Da beide Begriffe in der Praxis unter dem Überbegriff Corporate Divestment behandelt werden, werden sie im Folgenden entsprechend
subsumiert.

Carve-outs weisen für den Käufer einen höheren Grad an Komplexität auf, da die abzuspaltende Einheit in der Regel kein eigenständig operierendes Unternehmen darstellt. Entsprechend ist die Herleitung spezifischer Finanzinformationen und die Überführung auf eine Stand-alone-Sicht mit erheblichem Aufwand verbunden. Aus diesem Grund empfiehlt sich die frühzeitige Einbindung eines erfahrenen Wirtschaftsprüfers, der auf Basis der verfügbaren Daten im Rahmen eines sogenannten Financial Fact Books eine eigenständige Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung für den abzuspaltenden Unternehmensteil erstellt. Die enthaltenen Daten werden dabei um konzernweit erbrachte Dienstleistungen (z.B. IT-Service, HR, Einkauf) adjustiert – mit dem Ziel, ein drittvergleichstaugliches Stand-alone-Bild zu erzeugen. Nicht selten umfasst diese Aufbereitung auch den Abschluss von Transitional Service Agreements (TSAs), die eine Übergangsunterstützung durch den Verkäufer sicherstellen, bis der Carve-out operativ vollständig eigenständig agieren kann.

2.2 Datenbasis und Methodik

Die Analyse stützt sich auf Transaktionsdaten aus S&P Capital IQ. Erfasst wurden alle Corporate-Divestment-Transaktionen von Unternehmen mit deutschem Hauptsitz im Zeitraum 01.01.2006 bis Datenstand Juli 2026. Folgende Filterkriterien wurden angewendet:

  • Veräußerer: Unternehmen mit deutschem Hauptsitz

  • Transaktionsart: Corporate Divestiture (M&A)

  • Ausschluss: Finanzinvestoren (PE-Exits), Real-Estate-Transaktionen

  • Status: alle (announced, completed, terminated/withdrawn)

Auf Basis dieser Filter ergab sich eine Grundgesamtheit von n = 6.417 Transaktionen. Davon 93,8% abgeschlossen (completed), 3,6% announced sowie 2,7% terminated beziehungsweise withdrawn.

Transaktionswerte wurden lediglich bei rund 20% der Deals offengelegt; Volumenaussagen sind daher vor dem Hintergrund eines systematischen Disclosure-Bias zu interpretieren: Größere Transaktionen werden häufiger veröffentlicht, was berichtete Medianwerte nach oben verzerrt.

3. Entwicklung der Corporate Divestment-Aktivität

Im Betrachtungszeitraum 2006 bis heute wurden insgesamt 6.417 Transaktionen als Corporate Divestments klassifiziert. Die Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der angekündigten Transaktionen auf Jahresbasis.

Abb. 1 Marktentwicklung

Abb. 1 Marktentwicklung

Quelle: S&P Capital IQ; 01.01.2006 bis 30.06.2026

M&A-Transaktionen treten häufig in Wellen auf. Dieses Muster lässt sich auch bei Corporate Divestments erkennen – wenngleich in weniger ausgeprägter Form als im klassischen M&A-Markt. Bis 2018 war das Niveau bemerkenswert stabil: zwischen 320 (2013) und 393 (2014) Transaktionen jährlich, im Schnitt 359 Deals pro Jahr. Ab 2019 zeichnet sich ein allmählicher Rückgang ab, der sich ab 2022 drastisch beschleunigte – von 312 Deals im Jahr 2021 auf 204 (2022) und 172 (2023). Als primäre Treiber dieses Einbruchs sind zu nennen: die historisch schnelle Zinswende der EZB (Leitzinsanstieg um über 450 Basispunkte innerhalb von 14 Monaten), daraus resultierende Bewertungslücken zwischen Käufern und Verkäufern sowie eine allgemein erhöhte Risikoaversion in einem rezessiven gesamtwirtschaftlichen Umfeld.

Im Jahr 2024 folgte ein Bounce-back auf 209 Transaktionen (+21,5%), der sich jedoch 2025 mit nur 143 Deals (-31,6%) nicht fortsetzte. Dieser erneute Rückgang überrascht: Trotz leicht entspannter Zinspolitik der EZB ab Mitte 2024 blieb die Zurückhaltung der Unternehmen hoch – ein Indiz dafür, dass geopolitische Unsicherheiten, eine strukturell schwache Konjunktur in Deutschland sowie die hohe Komplexität von Carve-out-Prozessen stärker wirken als die Zinsentlastung allein. Für 2026 ergibt die Hochrechnung der vorliegenden Daten (41 Transaktionen bis Juli) einen annualisierten Wert von rund 70 Transaktionen – weiterhin deutlich unterhalb der Prä-Pandemie-Niveaus, jedoch ein erster Hinweis auf eine Bodenbildung.

Bei quartalsweiser Betrachtung zeigt sich über den gesamten Zeitraum ein leichtes saisonales Muster: Das vierte Quartal weist mit einem Anteil von regelmäßig über 26,0% der Jahresabschlüsse den höchsten Wert auf. Erklärungsansätze liegen in den typischen Planungsprozessen von Großkonzernen, die M&A-Transaktionen für den Jahresabschluss „aus den Büchern“ haben wollen. Im Rahmen von Unternehmensreviews und der Mittelfristplanung – typischerweise im vierten Quartal des Vorjahres – werden die strategischen Weichen gestellt. Je nach Komplexität des Assets beträgt die Transaktionsdauer üblicherweise acht bis zwölf Monate, sodass eine im Q4 des Vorjahres initiierte Transaktion im darauffolgenden Q4 abgeschlossen werden kann.

4. Sektorale Analyse

Neben der Gesamtmarktentwicklung ist die sektorale Verteilung der Corporate Divestments aufschlussreich. Über den gesamten Betrachtungszeitraum (2006–2026, n = 6.417) konzentriert sich der Großteil der Aktivität auf die Sektoren Industrials (24,0%), Consumer Discretionary (16,6%), Information Technology (11,5%), Utilities (10,3%) sowie Materials (9,4%). Abbildung 2 fasst die sektorale Struktur zusammen.

Abb. 2 Sektorverteilung Corporate Divestments Deutschland 2006–2025

Abb. 2 Sektorverteilung Corporate Divestments Deutschland 2006–2025

Quelle: S&P Capital IQ per 30.06.2026

Der Sektor Industrials sticht als konsistent führender Bereich hervor. Mit einem Anteil von 24,0% über alle Marktphasen spiegelt dies die industrielle Prägung der deutschen Unternehmenslandschaft wider: Viele DAX- und MDAX-Konzerne sind Mischkonglomerate, die im Laufe der Jahrzehnte Randbereiche akkumuliert haben, die heute systematisch bereinigt werden. Dabei ist eine wichtige Differenzierung zu treffen: In absoluten Zahlen ist auch Industrials seit 2021 rückläufig (von 78 auf 16 Transaktionen in 2026), doch der relative Anteil ist von 25,0% (2021) auf 28,7% (2024/2025) gestiegen – ein Zeichen, dass Industrials im schrumpfenden Gesamtmarkt vergleichsweise resilient ist.

Abb. 3 Sektorveränderung über Zeit

Abb. 3 Sektorveränderung über Zeit

Quelle: S&P Capital IQ per 30.06.2026

Werden die Segmente Consumer Staples (6,0%) und Consumer Discretionary (16,6%) zusammengefasst, ergibt sich ein aggregierter Consumer-Sektor von rund 22,6%, der annähernd auf Augenhöhe mit Industrials läge. Der Einbruch bei Consumer-Divestments seit 2021 (von 68 auf 39 Transaktionen 2024 auf 6 2026) dürfte auch auf gesunkene Bewertungsniveaus und eingeschränkte Kaufbereitschaft im Handel zurückzuführen sein.

Technologiegetriebene Bereiche zeigen – entgegen der verbreiteten Annahme – ebenfalls zunehmende Divestment-Aktivität: IT-Konzerne veräußern nicht-kernkritische Tochtergesellschaften oder Legacy-Geschäftsmodelle, um Liquidität für strategische Investitionen in KI, Cloud-Infrastruktur und Cybersecurity freizusetzen. Auch im Utilities-Sektor ist Dekarbonisierung ein wachsender Katalysator: Versorger trennen sich von fossilen Erzeugungskapazitäten, um Kapital für den Ausbau erneuerbarer Energien freizusetzen.

Ein besonderes Augenmerk verdient der Automotive-Sektor (im Global Industry Classification Standard (GICS) unter den Sektoren Industrials und Consumer Discretionary subsumiert): Der Transformationsdruck durch Elektrifizierung und Software-defined Vehicles hat zahlreiche Tier-1-Zulieferer und OEMs dazu veranlasst, Randbereiche zu veräußern. Konzerne wie Continental, Bosch und ZF haben in den vergangenen Jahren mehrere Divisionen abgetrennt. Wir erwarten, dass dieser Sektor in den kommenden 24 Monaten zu einem der aktivsten Divestment-Treiber in Deutschland wird – sowohl auf der Verkäufer- als auch auf der Käuferseite.

Abb. 4 Sektorveränderung Corporate Divestments 2018 vs. 2025

Abb. 4 Sektorveränderung Corporate Divestments 2018 vs. 2025

Quelle: S&P Capital IQ per 30.06.2026

5. Transaktionsstruktur und Volumensegmente

Transaktionswerte wurden lediglich bei rund 20,0% aller Deals offengelegt. Unter den Transaktionen mit bekanntem Volumen entfällt der Großteil auf das Small-Cap-Segment bis 50 Mio. EUR, ein weiterer signifikanter Anteil auf den Bereich 51–500 Mio. EUR. Nur wenige Transaktionen übersteigen die 500-Mio.-EUR-Marke. Dies bestätigt: Mehr als 90% aller Corporate Divestments finden im Small- und MidCap-Segment (bis 500 Mio. EUR) statt.

Diese Marktstruktur hat direkte Implikationen für die Beratungslandschaft: Die Mehrzahl der Transaktionen findet in einem Bereich statt, der persönliche Beratung, Sektorexpertise und eine schnelle, pragmatische Prozessführung erfordert. Für spezialisierte M&A-Boutiquen – wie BLOK Management – ist dies die strategisch relevante Marktnische.

Typisch für Carve-out-Transaktionen in diesem Segment ist ein verhältnismäßig hoher Aufwand im Verhältnis zum Transaktionsvolumen: Financial Fact Book, Stand-alone-Anpassungen, TSA-Verhandlungen und die Separierung von IT-Systemen erzeugen Fixkosten, die unabhängig von der Transaktionsgröße anfallen. Dies erklärt, warum viele Konzerne bei der Vorbereitung solcher Prozesse auf erfahrene, spezialisierte Berater setzen, die diese Komplexität effizient managen können.

6. Strategische Treiber von Divestments

Die Motive für Corporate Divestments haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten substanziell gewandelt. Waren Restrukturierungen in den 2000er Jahren häufig reaktiv und defensiv (z.B. zur Schuldenreduzierung oder Krisenreaktion), dominieren heute strategische, proaktive Motive:

Strategische Fokussierung:

Unternehmen konzentrieren ihre Ressourcenallokation auf Geschäftsbereiche mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und attraktiven Kapitalrenditen. Nicht-kernkritische Bereiche werden veräußert, um Managementkapazitäten und Finanzmittel für Digitalisierung, Dekarbonisierung und geografische Expansion freizusetzen. Das Konzept des „best owner“ – also der Überzeugung, dass eine Geschäftseinheit in anderen Händen wertvoller ist – hat sich als zentrales Entscheidungsparadigma etabliert.

Finanzierungsfunktion und PE-Beteiligung:

Divestments erfüllen zunehmend auch eine Finanzierungsfunktion: Der Verkaufserlös fließt direkt in das Kerngeschäft oder dient der Reduzierung von Nettoverschuldung. Private-Equity-Investoren bleiben eine relevante Käufergruppe – insbesondere für Carve-outs mit Transformations- oder Wertsteigerungspotenzial. Auffällig ist dabei, dass PE-Käufer bei Carve-outs häufig bereit sind, Komplexitätsprämien zu zahlen, da sie über die Erfahrung und Ressourcen verfügen, Stand-alone-Strukturen schnell und effizient zu etablieren. Neben klassischen Buy-out-Fonds treten zunehmend auch strategische Käufer (industrielle Erwerber) als Bieter auf – oft mit dem Ziel, komplementäre Sparten in bestehende Plattformen zu integrieren.

Makroökonomische Rahmenbedingungen:

Die gestiegenen Finanzierungskosten seit 2022 haben insbesondere die Leverage-Fähigkeit von Finanzinvestoren beeinträchtigt, was sich in der deutlich gesunkenen Transaktionszahl bis 2025 widerspiegelt. Gleichzeitig führen höhere Opportunitätskosten dazu, dass Unternehmen ihre Portfolios kritischer hinsichtlich Kapitalbindung und strategischer Relevanz bewerten. Eine Normalisierung der Zinsen ab 2025/2026 dürfte die Finanzierbarkeit von MidCap-Carve-outs erleichtern – und damit den Markt wieder beleben.

Regulatorischer Druck und Nachhaltigkeitsanforderungen (ESG):

Regulatorische Anforderungen (Corporate Sustainability Reporting Directive/CSRD, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, KI-Regulierung) zwingen Unternehmen zunehmend, ihr Portfolio auf Compliance-Fähigkeit zu prüfen. Einheiten mit hohem Regulierungsrisiko oder schlechter ESG-Performance werden dabei bevorzugt desinvestiert – ein Trend, der in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Gleichzeitig entstehen durch die Energiewende neue, attraktive Assets, die von strategischen Käufern und Infrastrukturfonds nachgefragt werden.

7. Ausblick

Nach einem seit 2022 deutlich rückläufigen Markt erwarten wir für 2026 eine Bodenbildung: Die hochgerechneten Daten (ca. 70 Transaktionen annualisiert) signalisieren eine Stabilisierung, aber noch keine nennenswerte Erholung. Für die mittelfristige Zukunft (2027–2029) rechnen wir mit einem behutsamen, aber strukturell begründeten Anstieg der Corporate-Divestment-Aktivität auf ein Niveau, das sich der Periode vor 2022 wieder annähert. Im Bereich Automotive sowie Consumer erwarten wir überdurchschnittliche Aktivität. Treiber sind insbesondere:

  • Automotive-Transformation: Elektrifizierung und Software-defined Vehicles lassen zahlreiche Legacy-Sparten neu bewertbar werden.

  • Regulatorischer Druck: CSRD, Lieferkettensorgfalts-
    pflichtengesetz und KI-Regulierung zwingen zur Portfoliobereinigung.

  • Bessere Finanzierungsbedingungen: Rückkehr günstigerer Refinanzierungskosten erleichtert MidCap-Carve-outs für PE und strategische Käufer.

  • Buy-and-Build-Strategien: Konzerne veräußern nicht-kernkritische Assets, um Kapital für gezielte Zukaufstrategien (Buy-and-Build) freizusetzen – das heißt den systematischen Aufbau von Plattformen durch mehrere sequenzielle Akquisitionen.

  • Professionalisierung von Carve-out-Prozessen: Standardisierung und zunehmende Erfahrung auf Verkäufer- und Beratungsseite verkürzen Transaktionsdauer und senken Zugangsschwelle.

Unternehmen werden weiterhin unter regulatorischem und globalem Wettbewerbsdruck stehen. Die generierte Liquidität wird insbesondere in das Kerngeschäft und in technologische Transformation fließen – und damit den Kreislauf strategisch motivierter Divestments langfristig am Laufen halten.

8. Fazit

Die Analyse von 6.417 Corporate Divestments in Deutschland zwischen 2006 und 2026 zeigt einen Markt, der bis 2018 durch bemerkenswerte Stabilität geprägt war, seitdem jedoch einem strukturellen Wandel und nachhaltigem Volumenrückgang unterliegt. Die Kernergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Stabilität und Bruch: Zwischen 2006 und 2018 lag die Jahreszahl konstant zwischen 320 und 393 Transaktionen, im Schnitt 359 Deals. Der Einbruch auf 172 Transaktionen (2023) markiert einen tiefgreifenden strukturellen Bruch, den auch der leichte Bounce-back 2024 (209) und der erneute Rückgang 2025 (143) nicht aufgelöst haben.

  • Sektorale Dominanz: Industrials führt mit 24,0% und zeigt relative Resilienz: Während der Sektor absolut zurückgeht, wächst sein Marktanteil im schrumpfenden Gesamtmarkt auf über 28,0%. Consumer und IT gewinnen als Divestment-Sektoren an Bedeutung.

  • Small- und MidCap-Dominanz: Über 90,0% aller Transaktionen mit bekanntem Volumen entfallen auf das Segment bis 500 Mio. EUR – der Kernmarkt für spezialisierte M&A-Boutiquen.

  • Strategischer Wandel: Corporate Divestments sind kein reaktives Kriseninstrument mehr, sondern ein zentraler Baustein strategischer Unternehmenssteuerung. Regulatorik, ESG-Anforderungen und Technologietransformation werden als Treiber weiter an Bedeutung gewinnen.

  • Ausblick: Wir erwarten ab 2027 eine behutsame Belebung des Marktes – angetrieben durch strukturelle Transformationen, regulatorischen Druck und verbesserte Finanzierungsbedingungen. Unternehmen und Investoren, die sich frühzeitig auf komplexere Carve-out-Strukturen einstellen, werden von dieser Trendwende überproportional profitieren.

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