„Great things come in pairs …” - Körber beschleunigt „LIFE 2035“: Mehrheitserwerb an Stellium und Übernahme der JV-Anteile von Godrej im Bereich Systemintegration
Der Körber-Konzern hat innerhalb von zwei Tagen zwei strategische Transaktionen umgesetzt und stärkt damit seine Position im globalen Supply-Chain- und Systemintegrationsgeschäft. Dr. Hartmut Ruh, EVP Körber Group Strategy, M&A and Venture Capital, betont den Plattformansatz des Konzerns: Ziel sei es, End-to-End-Lösungen zu schaffen, die Kunden entlang der gesamten Supply-Chain- und IT-Transformationsanforderungen unterstützen.
Der Körber-Konzern hat innerhalb von zwei Tagen gleich zwei strategische Schritte umgesetzt und damit ein klares Signal gesetzt: Wachstum soll gezielt über Plattformaufbau, Systemintegration und Supply-Chain-Kompetenz skaliert werden. Nach dem jüngsten Deal im Systemintegrationsgeschäft (Übernahme der JV-Anteile von Godrej) folgt nun der Erwerb der Mehrheit an Stellium – beides wesentliche Bausteine für das langfristige Leitbild von Körber: LIFE 2035, das als strategischer Rahmen alle Aktivitäten des Konzerns bis 2035 prägt.
Im Kern verfolgt Körber dabei ein übergeordnetes Ziel: globale End-to-End-Lösungen für Kunden zu schaffen, die „wirklich Plug-and-Play“ funktionieren – also integrierte Leistungspakete, die Implementierung, Integration und operative Skalierung nahtlos verbinden.
Strategie zuerst: Plattformen statt Einzeltransaktionen
Körber positioniert beide Transaktionen nicht als opportunistische Zukäufe, sondern als konsequenten Schritt im Aufbau strategischer Plattformen. Der Mehrheitserwerb an Stellium dient insbesondere dazu, das SAP-Supply-Chain-Software-Implementierungsgeschäft international auszurollen, vor allem im Mittleren Osten, in Indien und den USA. Einen Tag zuvor wurde der vollständige Erwerb der Joint-Venture-Anteile von Godrej abgeschlossen – einem Systemintegrationsgeschäft, das den Ausbau in Indien und APAC ermöglicht. Beide Geschäfte ergänzen somit nicht nur Körbers bestehendes Supply-Chain-Geschäft, sondern sollen sich gezielt gegenseitig im Wachstumsmarkt APAC verstärken.
„Strategie steht immer an erster Stelle. Wir bauen gezielt Plattformen auf – mit Bausteinen, die echten Mehrwert für unsere Kunden schaffen“, sagt Dr. Hartmut Ruh, EVP Körber Group Strategy, M&A and Venture Capital.
Zielbild ist eine ganzheitliche End-to-End-Lösung, die Kunden entlang der gesamten Supply-Chain- und IT-Transformationsanforderungen unterstützt.
„Das Ergebnis: eine Lösung für unsere Kunden, die wirklich Plug-and-Play ist“, so Ruh.
Partnerschaften und Unternehmerdenken als Deal-Prinzip
Bemerkenswert ist auch die klare Haltung, die Körber zur Art der Transaktionen einnimmt.
„Wir suchen gezielt die Partnerschaft mit Management-Teams und Eigentümern wie bei Stellium, die wie wir langfristig Wert schaffen wollen. Unser Ziel ist es, mit jedem Schritt nachhaltigen Kundennutzen zu schaffen und Innovationen voranzutreiben“, sagt Ruh.
Gerade im IT- und Software-Integrationsumfeld ist diese Logik entscheidend: Skalierung gelingt nur, wenn der kulturelle Fit, das Management-Commitment und die gemeinsame Roadmap stimmen – insbesondere bei globalen Rollouts.
Portfolio-Synergien: Lernen, skalieren, kombinieren
Neben Strategie und Partnerschaft stellt Körber einen dritten Punkt in den Mittelpunkt: das aktive Nutzen und Ergänzen des eigenen Portfolios. Die Transaktionen sollen nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern innerhalb des Konzerns als Synergie- und Lernplattform wirken.
„Wir nutzen und ergänzen unser Körber-Portfolio. Wir lernen kontinuierlich voneinander, um unsere Geschäfte, Prozesse und Perspektiven zu stärken“, so Ruh.
Damit unterstreicht Körber eine M&A-These, die sich in vielen erfolgreichen Industriegruppen zeigt: Wert entsteht nicht nur im Signing, sondern vor allem im konsequenten Zusammenspiel der Bausteine – über gemeinsame Prozesse, integrierte Go-to-Market-Ansätze und Cross-Selling-Potenziale.
Ausgezeichnete M&A-Systematik als Fundament
Dass Körber diesen Ansatz nicht nur formuliert, sondern auch strukturiert umsetzt, wird durch die wiederholte Anerkennung im Markt unterstrichen: Körber wurde bereits 2023 sowie 2025 mit dem M&A Award des Bundesverbands M&A gem. e.V. ausgezeichnet. Die Awards, die in Zusammenarbeit mit der M&A REVIEW vergeben werden, ehren jedes Jahr die herausragendsten Transaktionen und Persönlichkeiten der Branche. Im Jahr 2025 erhielt Körber diese Auszeichnung für das beste M&A-Playbook. Damit positioniert sich der Konzern als professioneller Plattformbauer, der M&A nicht als Einzelereignis, sondern als strategisches Instrument mit klaren Standards versteht.
Fazit: Typischer Körber-Deal – mit Multiplikatoreffekt
Die beiden Schritte zeigen eine klare Handschrift: plattformorientiertes M&A, gekoppelt mit Integrationstiefe und einem starken Fokus auf Kundenmehrwert. Körber selbst fasst das so zusammen:
„Great things come in pairs – und bei Körber multiplizieren sich die Effekte solcher Transaktionen. Das ist für mich ein typischer Körber-Deal“, sagt Ruh.
Interview von Stefan Schneider mit Dr. Hartmut Ruh, EVP Körber Group Strategy, N&A und Venture Capital für die M&A REVIEW